Das Leben an Bord

Außer guter Laune, Teamfähigkeit und Toleranz wird nicht sehr viel mehr Ausrüstung benötigt

Bordleben & Ausrüstung

Zusammenleben an Bord:

Auch wenn JABULO ein geräumiger Katamaran ist, ist der Platz dennoch begrenzt. Immerhin, alle 4 Kabinen sind durch Türen verschließbar und die Zwischenwände sind überraschend gut schallisoliert, so dass ein wenig Privatsphäre gewahrt ist. Je nach Crewgröße werden die Kabinen zugewiesen, die vorderen Kabinen mit den großen Doppelkojen bieten sich für Paare an, in den Achterkabinen reicht der Platz auch für 2 Personen, aber es ist doch recht eng und vor allem gibt es dort wenig Stauraum. Die ideale Belegung von JABULO sind daher 4-6 Personen. Diese Anzahl kann auch bequem an den vorhandenen Tischen speisen, womit wir bei der Küche sind.

 

Die Küche verfügt über ausreichend Arbeitsfläche und Stauraum, so dass man aus dem Vollen schöpfen kann, wenn es denn vorhanden ist. Eine Grundausstattung an Nahrungsmitteln wie Nudeln, Reis, Salz, Zucker, Mehl, Gewürze, Öl, Marmelade, Konserven, Getränke usw. ist ständig an Bord. Alles andere muss die Crew gemeinsam besorgen. Deshalb empfehle ich eine Verpflegungsplanungs-Vollversammlung der Crew am Ankunftstag, während der die ungefähre Speise- und Getränkefolge festgelegt wird. Daraus resultiert dann eine Einkaufsliste, wofür ich eine sehr detaillierte Vorlage zur Verfügung stellen kann, auf Wunsch auch schon vor Reisebeginn.

 

Da heutzutage Essen nicht nur bloße Kalorienaufnahme, sondern oft auch Ausdruck von Weltanschauung und Lebensphilosophie ist, kann das schwierig werden, hier die notwendige Einigung herzustellen. Aus bitterer Erfahrung weiß ich mittlerweile, dass ungewöhnliche Ernährungsweisen Einzelner wie vegan, vegetarisch, frutarisch, makrobiotisch, koscher, Halal usw. das Gruppenerlebnis stark beeinträchtigen. Deshalb bitte ich Menschen, die sich derart ernähren, sich nicht mehr bei mir zu melden. Es gibt sicherlich genügend andere Mitsegelgelegenheiten für Euch.

 

An Bord herrscht Arbeitsteilung in allen Bereichen. Jeder ist mal dran mit Einkaufen, Kochen, Abwaschen, Putzen und natürlich Navigieren und Segeln. Ob wir dafür einen Plan machen oder sich die Abläufe von selbst einregeln, ist bei jeder Crew anders. 

 

In dem Zusammenhang ist auch noch Folgendes wichtig: Ich bin zwar der Skipper, aber nicht der Alleinunterhalter oder Animateur. Natürlich habe ich oft einen Informationsvorsprung bezüglich lokaler Gegebenheiten, den ich gern teile. Aber es gilt: Selbst ist die Crew, und es besteht kein Gruppenzwang, immer alles gemeinsam zu machen.

Unterwegs:

Wenn alle an Bord sind und alles organisiert ist, heißt es endlich Leinen los. Meist geht es zuerst noch ein Stückchen unter Motor hinaus aufs offene Wasser. Dann ist es endlich soweit, der Bug wird in den Wind gedreht, die Segel gesetzt und die beiden Diesel schweigen. Um uns herum herrscht Stille, nur noch das Rauschen des Wassers und das gelegentliche Klappern des Riggs ist zu hören. Nach ein paar Stunden kehrt auch mental diese Ruhe ein, das ist es, was das Segeln so reizvoll macht. Der weitaus größte Teil aller Segeltörns läuft tatsächlich so friedlich ab. Die heutige Qualität der Wetterberichte zusammen mit sorgfältiger Planung der Route und ein wenig Geduld helfen, Schlechtwetter und Stürme zu vermeiden.

 

Einmal unterwegs, stellt sich schnell eine gewisse Bordroutine ein. Die gemeinsamen Mahlzeiten entwickeln sich zum Taktgeber aller Aktivitäten, bei längeren Törns kommt der Wachplan hinzu. Es gibt so viele Wachpläne wie Skipper, bedingt durch Anzahl und Erfahrung der Crew, Verkehrsdichte des Seegebietes, Wetter und Meerestiefen. Auch bei reinen Tagesfahrten kann der Skipper nicht immer am Ruder stehen. Damit das Rudergehen bzw. die Wache von allen Mitseglern wahrgenommen werden kann, erhalten alle an Bord einen Crashkurs im Segeln incl. Grundlagen der Navigation, Segelsetzen und -bergen, Segelmanövern und Fahren unter Maschine. Nach ein paar Tagen arbeitet die Crew wie ein lange eingespieltes Team zusammen und kann die Schönheiten des Reisens mit einem Segelboot wirklich genießen.

 

So könnte ein Tag dann aussehen: Morgens vor Anker in völliger Stille den Sonnenaufgang genießen, schnell mal über Bordspringen zum Wachwerden, während ein noch früher Wachgewordener schon den Kaffeeduft übers Heck wehen lässt. Ankerlichten, Segel setzen und dann bei ruhiger Fahrt gemeinsam frühstücken und den Tagesplan besprechen. Während JABULO dann praktisch allein seinen Kurs verfolgt, ist Müßiggang angesagt, Lesen, Sudoku ausfüllen, Logbuch schreiben, Musik hören. Um die Mittagszeit bereitet ein Freiwilliger einen Imbiss, anschließend Planung des abendlichen Ankerplatzes, oder sollen wir doch lieber in die kleine Marina gehen und Hummer essen?? Darüber ist es später Nachmittag geworden, Zeit für einen Sundowner. Wir gehen doch lieber wieder ankern, um beim selbstbereiteten Abendessen einen dieser unvergesslichen Sonnenuntergänge zu erleben, die man so nur auf dem Meer findet.

Kleidung und persönliche Ausrüstung:

Je nach Reiseabschnitt und Region wird wetterbedingt eine andere Ausrüstung benötigt. Der größte teil der gesamten Reise findet praktisch immer innerhalb geschützter Gewässer oder zumindest in Sichtweite der Küste statt. Es ist fast immer mit moderatem bis heißem Tropenwetter zu rechnen, aber bei Regen und am Abend kann es doch manchmal abkühlen. Wir benötigen deshalb keine Ausrüstung für Extremwetterlagen, aber auf See ist man ständig dem Wind ausgesetzt, daher ist trotz der südlichen Breitengrade winddichte Kleidung unabdingbar. IHier eine Liste der Dinge, die jeder dabei haben sollte:

 

  • Eine gute Sonnenbrille, möglichst mit Halsband, die geht sonst leicht mal verloren im Eifer des Gefechts
  • Sonnenmilch mit hohem Schutzfaktor, trotz JABULOs Hardtop ist man draußen den ganzen Tag den vom Wasser reflektierten Sonnenstrahlen von allen Seiten ausgesetzt
  • Eine Schirmmütze oder noch besser Hut mit Krempe
  • Segel- oder Fahrradhandschuhe (ohne Fingerspitzen) für das Arbeiten mit den Leinen
  • Landschuhe und zusätzlich Bordschuhe mit weichen, nicht abfärbenden Sohlen, aus Material, das auch mal nass werden kann (Sportschuhe oder Gummi-Clogs sind ok). Barfuß-Laufen an Deck ist der Normalfall, es besteht dabei aber immer die Gefahr von Verletzungen an vorstehenden Kanten.
  • Regenkleidung, am besten Jacke und Hose, aus atmungsaktivem Material, (dünne Fahrrad- oder Motorradüberzüge reichen)
  • Pullover oder Fleece-Jacken sind in de Tropen nicht erforderlich.
  • Ansonsten T-Shirts, Pullis, Jeans, Shorts usw. (Zum Schutz vor der Sonne sind langärmlige Hemden bzw. Shirts zu empfehlen). Fürs aktive Segeln sind kurze Outdoor- oder Sporthosen, in denen man sich gut bewegen kann, sehr praktisch.
  • Da eine Waschmaschine an Bord ist, braucht Ihr keinen Wäschevorrat für etliche Wochen mitzuschleppen.
  • Offizielle Kleidung (Schlips und Kragen oder das kleine Schwarze) sind eher nicht nötig, es sei denn Ihr wollt in Edeldiscos oder Luxusrestaurants.
  • Waschzeug wie üblich und private Medikamente natürlich, falls Ihr ein bevorzugtes Mittel gegen Seekrankheit habt, bringt es mit
  • CDs oder MP3 Player mit Musik

Bitte packt alles in eine Sporttasche oder zusammenfaltbare Reisetasche, Koffer sind an Bord schlecht zu verstauen

 

Sonstige Ausrüstung

Bettwäsche, Kopfkissen, Bettdecken und Handtücher werden gestellt. Allerdings kann ein zusätzliches Handtuch nicht schaden.
Die Küche ist voll ausgerüstet mit Tellern, Tassen, Gläsern, Pött un Pannen, wie man so sagt. Alles was sonst fehlt, kann man vor Ort besorgen.

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© 2018 Uwe Petersen | jabulo-sailing: Mit dem Katamaran auf Weltreise