500 Jahre Weltumsegelungen

Von Magellan bis heute

1500 - 1900: Der Horizont erweitert sich

Es begann vor fast genau 500 Jahren, 1519, als Magellan von Portugal aus mit 5 Schiffen zur ersten Weltumsegelung in See stach. Die Reise sollte ziemlich genau 3 Jahre dauern, Magellan selbst erlebte den Erfolg seiner Expedition nicht mehr (Ferdinand Magellan bei Wikipedia)

 

Gut 50 Jahre später folgte ihm der erste Engländer, Fancis Drake, der ebenfalls 3 Jahre unterwegs war. Bis zum Ende der Segelschiffära Ende des 19.Jahrhunderts fanden 80-100 Erdumrundungen unter Segeln statt. Alle diese Reisen dauerten mindestens 3 Jahre, viele davon auch wesentlich länger. Meistens handelte es sich um staatliche oder von Unternehmen finanzierte aufwendige Forschungsreisen. Immerhin, die erste private „Spaß“-Weltumsegelung unternahm Giovanni Francesco Gemelli Careri bereits von 1693 bis 1898.

 

Mit der Zeit gab es immer weniger zu entdecken, die Meere waren kartographiert, die teuren Expeditionen wurden weniger. Die Seefahrt galt jetzt dem schnellen und massenhaften Warentransport, mit dem Aufkommen der Dampfschiffe verkürzten sich die Reisezeiten erheblich, da man nicht mehr von Jahreszeiten, Strömungen und Winden abhängig war. Das berühmteste Zeugnis dieser Entwicklung ist der oben bereits genannte Roman von Jules Verne „Die Reise um die Erde in 80 Tagen“. Geradezu symbolhaft werden auf der letzten Etappe, der Atlantiküberquerung auf einem Segelschiff mit Hilfsdampfmaschine zuerst die Takelage und dann das halbe Schiff in den Kesseln verheizt.

 

Das Ende der Segelschifffahrt schien besiegelt. Die letzte echte „Weltumsegelung“ des 19. Jahrhunderts unternahm https://de.wikipedia.org/wiki/Joshua_Slocum, seine Reise war zugleich die erste Einhand-Umsegelung, zu jener Zeit eine erstaunliche Leistung.

Segeln im 20. Jahrhundert

Aber es schien nur so mit dem Ende der Segelschifffahrt. Im beginnenden 20. Jahrhundert wurden Sportsegeln und private Segelyachten als Statussymbol immer beliebter. Seit 1851 gab es schon den Americas Cup, sozusagen den Urahn aller Regatten. Aber es dauerte bis in die 60-iger Jahre des 20. Jahrhunderts, bevor sich private Segler mit für heutige Maßstäbe unglaublich kleinen Schiffen (7-10m) wieder um die Welt wagten. Die bekanntesten Namen sind die Engländer Sir Francis Chichester und Robin Lee Graham.

 

Aus Deutschland sind zu nennen das Ehepaar Koch, Rollo Gebhardt, Wilfried Erdmann und Bobby Schenk. Bernhard Moitessier aus Frankreich brach als Führender in einer globalen Regatta kurz vor dem Ziel ab, gilt aber bis heute als einer der besten Einhandsegler aller Zeiten. In den siebziger Jahren folgten dann Wolfgang Hausner und Burghard Pieske mit den ersten Katamaranen, als erste Frau umsegelte Gudrun Calligari einhand die Welt. Seitdem wird die Liste immer länger, so dass niemand mehr einen Überblick hat über die vielen Weltumsegler. Mit Fortschreiten der Technik, insbesondere dem Navigieren mit GPS, kann heutzutage eigentlich jedes für die Hochsee gebaute Schiff seine Besatzung sicher um die Welt bringen.

 

Einige Dinge haben sich allerdings seit den Zeiten von Magellan nicht geändert, man braucht immer noch mindestens 3 Jahre, wenn man Land und Leute sehen will und nicht gerade einen Rekord erzielen will, wie Ende 2016 ein Trimaran, der eine Weltumsegelung in unter 50 Tagen geschafft hat. Man segelt immer noch in westlicher Richtung, wie Magellan und Columbus. Einzig der Panamakanal gibt einem heute die Wahl zwischen der Rundung von Kap Hoorn an der Südspitze von Südamerika oder der sogenannten Barfußroute durch Mittelamerika. In beiden Fällen landet man früher oder später in Polynesien, weil im Pazifik sonst nichts ist. Wie die ersten Entdecker segelt man von dort weiter nach Neuseeland und Australien, dann geht es in die asiatische Inselwelt der Philippinien, Malaysias und Indonesiens. Über den indischen Ozean gelangt man dann mit Zwischenstopps auf einigen einsamen Inseln nach Afrika und rund um das Kap der guten Hoffnung zurück nach Europa.

 

 

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© 2018 Uwe Petersen | jabulo-sailing: Mit dem Katamaran auf Weltreise